Seit Jahren berechnen und planen wir im Rahmen von Machbarkeitsstudien Aquaponik-Anlagen in unterschiedlichen Größen und Ausprägungen. Nun möchten wir Interessenten die Möglichkeit geben, anhand weniger Angaben mithilfe unseres Aquaponik-Kalkulators eigene Projekte überschlagsweise zu berechnen.
Wir müssen über die „grobe Hausnummer“ hinaus kommen
Oft bitten uns Interessenten darum „nur eine sehr grobe Einschätzung“, um sich ein Bild davon machen zu können, ob ein Aquaponik-Projekt wirtschaftlich sein kann und wie hoch die Investitionen dafür sind. Dabei ist es nur allzu verständlich, dass aus einer ersten Idee nicht gleich die Bereitschaft entsteht, eine kostspielige Vorplanung inklusive Machbarkeitsstudie zu beauftragen.
Der Nachteil aus unserer Sicht war dann jeweils, dass wir – unabhängig davon wie genau die Einschätzung sein soll – immer dieselben Fragen stellen und Berechnungen durchführen. Leider können wir dabei keine Größe auslassen, sondern müssen alle Annahmen vervollständigen, um überhaupt Aussagen zu Investitionskosten und Wirtschaftlichkeit treffen zu können. Ein bisschen berechnen geht leider nicht. Aus diesem Grund wollten wir ein niedrigschwelliges Werkzeug zur Verfügung stellen, welches eine erste Einschätzung ohne große Investitionen erlaubt.
Aquaponik soll bekannter werden
Nicht zuletzt haben wir auch seit der Gründung unseres Unternehmens für über 10 Jahren noch immer das Problem, dass nur sehr wenige Menschen Aquaponik als Form der Kreislaufwirtschaft überhaupt kennen. Oft betrifft dies Menschen, die sich intensiv mit Nachhaltigkeitsthemen und Umweltschutz beschäftigen, die besonderes Interesse an der Aquaponik zeigen. Immer wieder erreichen uns auch Menschen, die selbst gar kein eigenes Aquaponik-Projekt umsetzen können, von der Idee aber so begeistert sind, dass sie fragen, wie sich Aquaponik in ihrem Umfeld voranbringen ließe.
Aber es sind nicht die Gartenbauer, nicht die Landwirte und nicht die Biogasanlagenbetreiber, obwohl die Aussicht auf Wirtschaftlichkeit gerade mit der Nutzung von Abwärme enorm steigt. Dabei ist unser Ziel nicht nur, die Aquaponik selbst bekannter zu machen, sondern auch diejenigen zu erreichen, die bereits im Bereich Landwirtschaft und Gartenbau tätig sind.
Die Wirtschaftlichkeit von Aquaponik-Projekten soll bekannter werden
Ein weiterer Grund, warum wir eine Online-Version unseres Aquaponik-Kalkulators öffentlich zur Verfügung stellen ist auch, dass bei vielen Menschen noch die Meinung herrscht, dass sich ein solches Projekt ohnehin nicht lohnt und nur mit dauerhafter Bezuschussung betrieben werden kann. Dies beruht mitunter auf den Erfahrungen der wenigen Projekte, die bisher umgesetzt wurden. Diese waren jedoch häufig zu klein, als dass hier Skaleneffekte hätten eintreten können.
Da aber die Wirtschaftlichkeit von Landwirtschaft und Gartenbau von der Fläche abhängt, wurden Projekte bisher oft im zu kleinen Maßstab gedacht. Auch die Skaleneffekte treten bei der Berechnung mit dem Kalkulator sehr genau zutage.
Wir wollen die vielen Möglichkeiten der Aquaponik zeigen
Aber Aquaponik ist nicht nur Investoren, Landwirte oder Gartenbauer interessant. Es gibt Konstellationen, innerhalb derer sich sogar eine Aquaponik-Anlage von gerade mal 500qm Größe wirtschaftlich lohnen kann. Etwa bei saisonalem Anbau in einem günstigen Leichtbau-Gewächshaus mit Doppelfolie und passivem Thermalspeicher (als Wärmewand). Das macht sie auch für Projekte von Bürgerinitiativen, Solidarischer Landwirtschaft oder Genossenschaften interessant. Aber Anfragen aus diesem Umfeld bekommen wir bisher kaum, da es für die betreffenden Interessenten bisher nahezu unmöglich ist, eine realistische Einschätzung zu diesem Thema zu bekommen.
Nachteil der Aquaponik: Sie ist komplex
Und damit sind wir bei dem eigentlichen Nachteil der Aquaponik gerade im Bezug auf Großprojekte. Sie ist so komplex, dass selbst geübte Rechner mit Hang zur Landwirtschaft ihre liebe Not haben, ein Projekt auf seine Wirtschaftlichkeit hin zu prüfen. Denn gerade die Doppelnutzung von Fischfutter als Nährstoffquelle für Fische und Pflanzen, entzieht sich jeder groben Überschlagsrechnung, da die Nährstoffumsätze nun mal komplexen biologischen Prozessen unterliegen. Zudem ist das Wissen um die Rahmenbedingungen für die Haltung von Fischen und Pflanzen in einem geschlossenen Kreislauf bislang auf zwei verschiedene Branchen verteilt, die bisher nichts miteinander zu tun haben. Und das wollen wir ändern.
Vorteil der Aquaponik: Sie macht Betreiber handlungsfähig
Nichtsdestotrotz überwiegen aus unserer Sicht die Vorteile der Aquaponik. Neben ihrer Nachhaltigkeit überzeugt vor allem die vergleichsweise einfach umsetzbare Pflanzenkultur im erdlosen Anbau. Sie kann zu einer Art Lebensmittelversicherung werden und gleichzeitig ein wirtschaftlich interessantes zusätzliches Standbein darstellen.
Wer unabhängiger von komplexen Lieferketten, steigenden Energiepreisen oder Düngemittelkosten werden möchte, findet in der Aquaponik einen Ansatz, der mehrere Herausforderungen gleichzeitig adressiert. Und je teurer Logistik und Düngemittel werden, desto wettbewerbsfähiger wird die Aquaponik.
Wie es weitergeht
Wir werden die Webanwendung des Aquaponik-Kalkulators in den kommenden Monaten weiter ausbauen. Ziel ist es, zusätzliche Funktionen aus unserer internen Anwendung schrittweise zu integrieren und den Kalkulator kontinuierlich zu erweitern, etwa um auch die Beheizung der Anlage aus Abwärme berechenbar zu machen. Gleichzeitig sind wir gespannt, wie das Werkzeug genutzt wird und welche Rückmeldungen sich daraus ergeben. Was sich ebenfalls zeigen wird: Wird der Server durchhalten oder müssen wir ihn upgraden? Da die Berechnung komplex ist, werden wir die Situation genau beobachten und müssen hier womöglich noch nachsteuern. Ansonsten versprechen wir uns von dem kostenlosen Angebot, dass mehr Menschen Aquaponik-Projekte als mögliche Lösung in ihre Überlegungen miteinbeziehen.
Genug des Vorspanns: Hier geht es zu unserer Online-Version des Aquaponik-Kalkulators.




















