Abwärmenutzung in der Aquaponik

Wie Betriebe mit überschüssiger Wärme ihren Standortvorteil in regionale Lebensmittelproduktion verwandeln

Aquaponik profitiert stark von verlässlicher Wärme. Wer betriebliche Abwärme, günstigen Strom und bestehende Flächen/Infra­struktur hat – z. B. Biogasanlagen, Rechenzentren oder Werke mit wärmeintensiven Prozessen – kann mit Aquaponik zusätzlich hochwertige, lokale Lebensmittel produzieren, Kreisläufe schließen und die eigene CO₂‑Bilanz verbessern. APM unterstützt dabei, von der Machbarkeitsanalyse bis zur Umsetzung.

Warum Wärme in der Aquaponik so entscheidend ist

Der Wärmebedarf einer ganzjährig betriebenen Aquaponik‑Anlage entsteht vor allem im Gewächshaus. Durch die hohe Luftfeuchte (durch Evapotranspiration der Pflanzen) ist ein kontinuierlicher Luftaustausch nötig – das begrenzt die Möglichkeiten der rein passiven Wärmedämmung im Vergleich zu Gebäuden wie Passivhäusern. Entsprechend ist die Wärmeversorgung einer der größten Kostenblöcke und ein zentraler Hebel für die Wirtschaftlichkeit.

Standorte mit verfügbarer Abwärme haben hier einen klaren Vorteil: Sie reduzieren Betriebskosten, stabilisieren das Klima im Gewächshaus und erhöhen die Ertragssicherheit – besonders im Winterbetrieb.

Für welche Branchen lohnt es sich?

Viele Betriebe erzeugen kontinuierlich nutzbare Abwärme oder verfügen über günstigen Strom und passende Flächen. Typische Beispiele:

  • Biogasanlagen / KWK‑Standorte (Blockheizkraftwerke, Fermenter, Wärmetauscherkreise)

  • Rechenzentren (kontinuierliche, gut steuerbare Abwärme)

  • Industrie mit wärmeintensiven Prozessen (z. B. Metall/Glas/Keramik, Lebensmittelverarbeitung, Papier)

  • Thermische Kraftwerke / Fernwärmenetze (niedrigere Temperaturniveaus, Nebenabnehmer möglich)

  • Kläranlagen & technische Infrastrukturen (Faulgasanlage/BHKW; Abwasserwärme via Wärmepumpe)

 

Kombination aus Abwärme und Aquaponik kann Standortvorteile bündeln

Standorte mit Aquaponik‑Potenzial kombinieren drei Hebel: nutzbare betriebliche Abwärme, günstigen Strom (z. B. aus KWK oder PV) und die Mitnutzung vorhandener Flächen sowie Infrastruktur – von Leitungen über Hallen bis hin zu Fundamenten. In dieser Kombination sinken CAPEX/OPEX, das Klima im Gewächshaus lässt sich stabiler führen und die Anlage wird ganzjährig planbarer.

Mehrwerte über die reine Abwärmenutzung hinaus

Aquaponik ist nicht nur eine „Abwärme-Senke“, sondern erzeugt eigenständige Potenziale, die wirtschaftlich sehr relevant sein können:

  • Synergien aus Flächen, Abwärme und landwirtschaftlicher Infrastruktur – maßgeschneidert für Ihren Betrieb

  • Wertschöpfung vor Ort: Hochpreisige, frische Produkte (Salate, Kräuter, Gemüse, Fisch)

  • Sortimentsvielfalt: Viele Kulturen möglich – ideal für Direktvertrieb, Gastro, Manufakturen

  • Versorgungssicherheit: Regionale Produktion, kurze Wege, ganzjährig planbar

  • Ressourceneffizienz und Qualität: Wasser‑ und Nährstoffkreisläufe, geringere Importe, geringere Verluste, saubere Erzeugnisse

Aquaponik‑Module lassen sich entweder in Bestandsgebäude integrieren oder als Neubau/Anbau realisieren – je nach Bestand, Wärmequelle, Platz und Logistik.

Rechtlicher & strategischer Rahmen (Kurzüberblick)

Viele Unternehmen beschäftigen sich bereits mit Abwärmekonzepten, Klimabilanzen und Energieeffizienz. Eine Aquaponik‑Nutzung kann dabei:

  • zur Dekarbonisierungsstrategie beitragen (nutzbringende Senke für unvermeidbare Abwärme),

  • ESG‑/CSR‑Ziele unterstützen (regional, sicher, transparent),

  • in Kooperationen mit Kommunen/Netzbetreibern eingebettet werden (z. B. Wärmeverbünde, Drittverbraucher).

Hinweis: Anforderungen und Förderkulissen sind hierbei immer individuell und kontextspezifisch. Wir berücksichtigen diese in der Projektplanung.

Sonderfall Biogasanlagen – der besondere Hebel

Für Betreiber von Biogasanlagen ist Aquaponik besonders attraktiv, weil mehrere Synergien zusammenkommen:

  • Nähe zur Landwirtschaft und Erfahrung mit Nährstoffströmen

  • Diversifizierung in neue landwirtschaftliche Geschäftsfelder

  • Direktvertrieb und lokale Markenbildung gegenüber Endverbrauchern

  • KWK‑Abwärme & Eigenerzeugungsstrom senken Betriebskosten

  • Zukunftsoption Nährstoffaufbereitung (siehe nächster Abschnitt)

Zukunft der Nährstoffnutzung: Gärreste als Potenzialträger

Gärreste aus Biogasprozessen sind nährstoffreich und prinzipiell ebenfalls interessant für die Pflanzenproduktion. Perspektivisch kann ein Teilstrom – nach geeigneter Aufbereitung und Hygienisierung – als Nährstoffquelle für Hydroponik dienen.

Technisch sind hierfür bereits erprobte Bausteine verfügbar, wie z. B. UV‑Behandlung, Ozonierung und thermische Hygienisierung. Was heute bereits als F&E‑Thema und in Pilotanwendungen sichtbar wird, eröffnet mittelfristig neue Kreislauf‑Synergien zwischen Biogas und Aquaponik.

Wirtschaftlichkeit – die wichtigsten Stellschrauben

  • Temperaturniveau & Verfügbarkeit der Abwärme

  • Energiepreise (Strom/Wärme) und Eigenerzeugung

  • Anlagengröße & Kulturwahl (Erträge, Rotationen, Absatz)

  • Vertriebskanäle (Direktvermarktung, Gastro, Handel)

  • Nutzung vorhandener Infrastruktur (CAPEX/OPEX‑Hebel)

APM bewertet diese Faktoren in einer Machbarkeitsstudie und modelliert Szenarien für Investition und Betrieb – einschließlich saisonaler Strategien.

Schnell-Check: Eignet sich Ihr Standort?


Ja, wenn mindestens zwei der folgenden Punkte zutreffen:

  • Kontinuierlich verfügbare Abwärme (ganzjährig oder überwiegend)

  • Günstiger Strom (KWK, PV, Lastmanagement)

  • Freie Flächen/Gebäude in unmittelbarer Nähe der Wärmequelle

  • Bereitschaft zu Direktvertrieb/Partnerschaften mit regionalen Abnehmern

  • Strategisches Interesse an Kreislaufwirtschaft & Klimazielen

Aquaponik ist nicht nur innovative Kreislaufwirtschaft, sondern kann weitere Synergien schaffen, die sich insbesondere wirtschaftlich positiv auswirken.

Haben Sie Interesse? Wir sind erreichbar unter der Rufnummer: 02835 9819463
If you haven't reached us, please use our Call back service:

Contact us by email:

Additional Reports:

Direktvermarktung in der Praxis: Im vorher definierten Radius werden verschiedene Zielgruppen passgenau bedient.

New opportunities for farmers in direct sales

Ein Hofladen ist für viele Landwirte der naheliegende Einstieg in die Direktvermarktung. Ihr Ziel ist es, sich neue Einnahmeströme zu erschließen, die sie unabhängiger von den verbreiteten Vermarktungswegen machen.

» more

Aquaponics and urban development – ​​From wasteland to vibrant flagship project

Noch vor wenigen Jahren standen in der Quartiersentwicklung meist Büroflächen, Parkplätze und standardisierte Gewerbenutzungen im Vordergrund. Heute verändert sich die Perspektive: Die Nachfrage nach lebendigen Quartieren wächst – Orte, die nicht nur arbeiten und wohnen ermöglichen, sondern auch lokale Wirtschaft integrieren, Begegnung fördern und Aufenthaltsqualität schaffen.

» more

Our participation in the EU research project FrontAg Nexus

Die FrontAg Nexus Initiative steht für eine innovative und nachhaltige Landwirtschaft, die auf den Prinzipien des WEFE Nexus (Wasser, Energie, Nahrung und Ökosysteme) basiert und sich speziell mit den Herausforderungen in den trockenen Mittelmeerregionen befasst.

» more
Blick auf die DWC-Becken der Hansaponik-Aquaponik-Anlage, Foto: Ingo Bläser

proGIreg aquaponics system "HANSAPONIK" opened

We have already reported here in an article about our participation in the research project proGIreg. On Friday, June 16, 2023, the aquaponics facility was opened on the grounds of the Hansa coking plant, which was built in the

» more
Die Samaki-Anlage für Entebbe mit Enactus

Samaki plant in Entebbe is running

The aquaponics system tested in Issum was set up in Entebbe with two different teams from Enactus. All larger parts were procured locally. The aquaonic facility is part of an organization

» more
Simon Goddek - PhD-Thesis erfolgreich verteidigt

PhD thesis successfully defended!

Our friend and colleague Simon made it. He defended his PhD thesis in a lecture and subsequent questioning. Congratulations Simon! Right from the start: After completing the master's degree in “Environmental and

» more
NRW Vernetzungstreffen Aquaponik 2017

NRW aquaponics networking meeting

This is the report of our participation in the "Networking Meeting Aquaponics in NRW" that took place on May 18th, 2017 in Wuppertal. We had the opportunity to present our company and take part in the panel discussion. The meeting

» more
Anaerobe Reaktoren für die Aquaponik-Forschung

Bioreactors for universities

As part of the work for aquaponics research, we built mobile UASB/EGSB bio-reactor sets. They were used in scientific experiments at 4 different universities. The remineralization of the water can hardly be achieved with exclusively aerobic water treatment

» more
Decoupled Aquaponics

Decoupled Aquaponics System (DAPS)

Decoupled aquaponicsAn important part of our activity is research on decoupled aquaponics systems. They make it possible to cultivate fish and plants under optimal conditions and to add water in further stages

» more

Wir rufen Sie gerne zurück, wenn Sie uns Ihre Rufnummer mitteilen. Gerne können Sie angeben, wann Sie zurück gerufen werden möchten. 

Rückrufservice

Wir rufen Sie gerne zurück, wenn Sie uns Ihre Rufnummer mitteilen. Gerne können Sie angeben, wann Sie zurück gerufen werden möchten. 

Rückrufservice